Auf einen Blick: Auf Kalkputz gehören mineralische Anstriche: Silikatfarbe (DIN 18363) oder reine Kalkfarbe. Beide sind atmungsaktiv, verkieseln/verbinden mit dem Kalkuntergrund und behalten die Eigenschaften des Kalkputzes. Dispersionsfarbe vermeiden — zerstört die Atmungsaktivität.
Wesentliche Fakten
Auf Kalkputz gehören mineralische Anstriche, die mit dem Kalkuntergrund eine chemische Verbindung eingehen. Drei Optionen:
- Silikatfarbe (Wasserglas + Pigmente, DIN 18363) verkieselt mit dem Kalk — robust, lang haltbar
- Reine Kalkfarbe (Sumpfkalk + Wasser + mineralische Pigmente) — historisch korrekt, lebendige Optik durch leichte Wolkenbildung
- Silikat-Dispersionsfarbe (Hybrid) — Kompromiss, weniger atmungsaktiv. Reine Dispersionsfarbe zerstört die Kalkputz-Eigenschaften
Silikatfarbe (DIN 18363)
Wasserglas-basiert (Kaliumsilikat), verkieselt mit dem Kalkuntergrund — chemische Bindung statt Filmbildung. Eigenschaften: hochdiffusionsoffen, UV-stabil, abriebfest, witterungsbeständig. Reichweite: 6–10 m²/L. Anwendung: 2 Lagen mit ca. 24 h Trocknung.
Reine Kalkfarbe
Sumpfkalk + Wasser + erdmineralische Pigmente — historische Wahl. Verbindet sich durch Carbonatisierung mit dem Kalkuntergrund. Mehrere dünne Lagen nötig (3–5), Trocknung dazwischen. Charakteristische, leicht wolkige Optik. Ideal für Altbau-Sanierung und Denkmalpflege.
Was vermeiden
Dispersionsfarbe (Kunststoff-basiert), Latexfarbe, Lackfarbe — alle versiegeln die Wand und zerstören Atmungsaktivität + Schimmel-Resistenz. Bei vorhandenen Dispersionsanstrichen vor Neugestaltung mechanisch entfernen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Farbe ist erste Wahl?
Silikatfarbe nach DIN 18363 — verkieselt, atmungsaktiv, robust.
Geht reine Kalkfarbe?
Ja, historisch korrekt. Mehrere dünne Lagen, ideal für Denkmalpflege.
Warum keine Dispersion?
Versiegelt die Wand, blockiert Atmungsaktivität, kann selbst Schimmel-Nährboden werden.
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ANMERKUNG
Dieses Praxismerkblatt basiert auf intensiver Entwicklungsarbeit, langjähriger praktischer Erfahrung und Informationen unserer Zulieferer. Der Inhalt bekundet kein vertragliches Rechtsverhältnis. Der Verarbeiter/Käufer wird nicht von der Pflicht entbunden, unsere Produkte auf ihre Eignung für die vorgesehene Anwendung in eigener Verantwortung zu prüfen. Darüber hinaus gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Mit Erscheinen einer Neuauflage verlieren die bisherigen Angaben ihre Gültigkeit. Die aktuelle Version ist im Internet abrufbar. Mit dem Erscheinen dieses Merkblattes verlieren alle früheren Merkblätter ihre Gültigkeit. Diese Angaben beruhen auf unseren Erfahrungen und berücksichtigen nicht den jeweiligen Einzelfall. Darum können aus ihnen keine Schadensersatzansprüche hergeleitet werden. Die Informationen können und sollen nur unverbindlich beraten. Die Verwendung der Produkte ist auf die örtlichen Gegebenheiten und die zu behandelnden Oberflächen abzustimmen. Wenn keine Erfahrungen vorliegen und in Zweifelsfällen, ist das Produkt an unauffälliger Stelle vorher auszuprobieren.
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