Auf einen Blick: HERKULES ist für Bad und Dusche mit Abdichtung freigegeben – er selbst ist keine Abdichtung. Unter jedem fugenlosen Bad liegt eine Verbundabdichtung nach DIN 18534. Dafür gibt es die HERKULES 1K Dichtschlämme für saugende und die HERKULES 2K Dichtschlämme für nicht saugende Untergründe, jeweils mit Dichtzubehör.
Was die Norm sagt
DIN 18534 (Ausgabe 2025-10) teilt Flächen nach ihrer Wasserbelastung in die Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I ein. Die Wand in der Dusche liegt im häuslichen Bad meist in W1-I, der Boden einer bodengleichen Dusche in W2-I. Die Dichtbahnen, Dichtbänder und Dichtecken des HERKULES-Systems sind für W0-I bis W3-I zugelassen.
Wichtig für den Vertrag: Die Norm regelt die Verbundabdichtung mit Fliesen, Platten oder Naturstein als Belag. Ein fugenloser Belag direkt auf der Abdichtung ist in der Norm nicht geregelt – er ist eine Sonderkonstruktion. Der Verarbeiter vereinbart den Aufbau deshalb vor Beginn schriftlich mit dem Bauherrn. Die Abdichtung selbst wird vollständig nach DIN 18534 und im geprüften System ausgeführt.

Wassereinwirkungsklassen im häuslichen Bad – sieben Situationen (schematisch)
Ablauf
- Grate und Mörtelreste entfernen, Ecken und Kanten fasen, saugende Untergründe mit Tiefgrundkonzentrat grundieren.
- Dichtschlämme wählen: HERKULES 1K für saugende, HERKULES 2K für nicht saugende Untergründe.
- Kratzspachtelung mit der Dichtschlämme als Kontaktschicht.
- Dichtecken, Dichtbänder und Manschetten vorher auf Maß zuschneiden, rückseitig einstreichen, die Fläche einstreichen und blasen- sowie faltenfrei einlegen. Ein Belag von weniger als einem Millimeter deckt keine Falte im Dichtband ab.
- Dichtschlämme mit der 8-mm-Zahnkelle auftragen, Abdicht- und Entkopplungsbahn blasenfrei einarbeiten.
- An Duschtasse und Badewanne: Wannendichtband, ggf. mit Schallschutzband – siehe Anschluss Duschtasse.
- Nach Durchtrocknung: Wände mit feinem Zementspachtel (z. B. Pufas R 40). Gefällebereich und den übrigen abgedichteten Boden mit feiner, standfester Spachtelmasse spachteln (z. B. Schönox RR oder vergleichbar) – direkt auf die Dichtbahn.
- Universal Primer, zwei Lagen HERKULES, zweimal PU Siegel.


Bodengleiche Dusche
Der anspruchsvollste Bereich, weil Abfluss, Gefälle und Estrich mehrere Gewerke betreffen. Die meisten Ablaufrinnen sind für Fliesenhöhen gebaut; eine Rinne für fugenlose Beläge braucht auf den Millimeter abgestimmte Höhen und in W2-I einen Klebeflansch von mindestens 50 mm. Die sichere Lösung ist ein Duschboard mit harter Oberfläche und fertigem Ablauf: abdichten, Duschboard einbauen, Wände machen, Boden davor machen. Wird eine Rinne eingebaut, muss sie für fugenlose Beläge gemacht sein, und die Höhen müssen exakt passen. Ein selbst hergestellter Gefälleestrich ist möglich, aber nicht der Standard.
Lüftung
Die fugenlosen HERKULES-Flächen sind dicht. An den restlichen Wänden und an der Decke empfiehlt sich, wo möglich, ein Kalkputz wie MARMOREA: Er nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Weiterhin empfiehlt sich regelmäßiges Lüften, sonst kann sich auch auf dichten Flächen Schimmel bilden. Die Pflegeanleitung gehört schriftlich übergeben.
Alle Anforderungen der Norm für den Duschbereich: Merkblatt Duschen abdichten nach DIN 18534 (PDF).
Ausführlich: Untergründe, Abdichtung nach DIN 18534, Werkzeug, Verarbeitung und die häufigsten Fehler an einer Stelle – HERKULES-Leitfaden auf einhornwerke.de.
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