Auf einen Blick: Sumpfkalk ist eingesumpfter Kalk — die traditionelle Rohstoff-Basis für Kalkputz. Die Herstellung ist möglich, aber materialintensiv: 1 Teil Sumpfkalk wird mit 3-4 Teilen Sand vermengt, schichtweise aufgetragen und über Wochen carbonatisiert. Für die meisten Projekte ist fertig-gemischter Kalkputz die zuverlässigere Wahl.
Wesentliche Fakten
Kalkputz aus Sumpfkalk wird traditionell aus drei Komponenten gemischt: eingesumpfter Kalk (mindestens 3 Monate gelagert), gewaschener Sand mit Körnung 0-2 mm und Wasser. Die Mischung wird in 2-3 Lagen aufgetragen, jede Lage 3-5 mm dick. Trocknung erfolgt durch CO₂-Aufnahme aus der Luft (Carbonatisierung) — Dauer mehrere Wochen. Geeignet für mineralische Untergründe wie Ziegel oder Kalkzementputz. Nicht geeignet für Gipsuntergründe ohne Vorbehandlung.
Die Zutaten
- Sumpfkalk — eingesumpfter Calciumhydroxid, mindestens 3 Monate gelagert. Je länger, desto plastischer
- Sand — gewaschen, scharfkantig, Körnung 0–2 mm. Frei von Lehm und organischem Material
- Wasser — kalkfrei oder kalkarm
Mischverhältnis
Für die Grundlage (Unterputz): 1 Teil Sumpfkalk + 3-4 Teile Sand. Für die Feinlage (Oberputz): 1 Teil Sumpfkalk + 2 Teile feinerer Sand (0-1 mm). Wasser nach Bedarf — die Konsistenz sollte spachtelfähig, nicht flüssig sein.
Verarbeitung
Lage 1 (Spritzbewurf): dünn auf den nassen Untergrund auftragen, Haftung schaffen. 24 Stunden trocknen lassen. Lage 2 (Unterputz): 5-10 mm dick auftragen, glatt abziehen. Mehrere Tage trocknen. Lage 3 (Feinputz): 2-3 mm dick, glättere oder strukturierte Oberfläche. Die Carbonatisierung läuft über Wochen — die Wand darf in dieser Zeit nicht abgedeckt werden.
Warum fertig-gemischter Kalkputz oft die bessere Wahl ist
Naturkalkputz aus Sumpfkalk selbst zu mischen ist aufwendig: Sumpfkalk muss richtig gelagert werden, Sand-Körnung muss stimmen, die Mischung muss konsistent sein. Fehler in der Rezeptur führen zu Rissen oder schlechter Haftung. Werks-gemischter Kalkmarmorputz oder Kalkfeinputz liefert reproduzierbare Qualität — und ist gerade bei größeren Flächen praktischer.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange muss Sumpfkalk lagern?
Mindestens 3 Monate, traditionell 1-2 Jahre. Je länger die Lagerung, desto plastischer das Material und desto höher die Verarbeitbarkeit.
Kann ich Kalkputz aus Branntkalk selbst löschen?
Theoretisch ja, aber riskant — Kalklöschen erzeugt sehr hohe Temperaturen und ätzende Dämpfe. Empfehlung: fertig gelöschten Sumpfkalk vom Fachhändler.
Welcher Sand für Kalkputz?
Quarzsand, gewaschen, Körnung 0-2 mm für Unterputz, 0-1 mm für Oberputz. Frei von Lehm und Salzen.
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